Bau der Anlage
Anlagebau
Gerade bei kleinen Spurweiten wie H0f kann es schnell zu Kontaktproblemen kommen – besonders an Weichen, wenn Fahrzeuge sehr leicht sind und nur über kurze Stromabnahmeflächen verfügen. Bei Busch-Feldbahnsystem im Massstab H0f verläuft zwischen den Schienen ein dünnes Metallband, das unter den Schwellen eingearbeitet ist. Die Fahrzeuge sind werkseitig mit einem kleinen Magneten zwischen den Achsen ausgestattet. Dieser Magnet zieht das Fahrzeug gut nach unten auf das Gleis, was die Stromaufnahme deutlich verbessert: Die Räder behalten eher Kontakt zu den Schienen. Allerdings hat dieses System auch eine Kehrseite: Die Magneten ziehen feinste Metallpartikel an, insbesondere Reste von Schleifstaub des Schienengummi. Solche Partikel sammeln sich am Magnet. Daher ist bei der Reinigung der Schienen besondere Vorsicht geboten: Verwendet man Schleif- oder Poliergummi (z. B. Roco-Schienenreinigungsgummi), entstehen oft feine Metallspäne. Diese sollten sofort gründlich abgesaugt oder mit einem Magnetstab entfernt werden, bevor ein Fahrzeug darüberfährt. Regelmässige Kontrolle und Reinigung der Lokunterseite lohnt sich für einen guten Betrieb.
Durch einen Tausch kam ich zu den beiden Gmeinderloks aus Startpackungen mit ein paar Schienen und dem Regler, der nur aus einem Schalter für vor rückwärts hat.
Der erste Gleisplan war noch 60x50 cm. Im Internet fand ich ein Bild mit den Feldbahn-Schienen von Busch in 1 zu 1. Von dehnen machte ich Kopien um zu sehen was man so machen könnte. Damit hatte ich einen 1 zu 1 Plan, dabei merkte ich, dass ich doch auf 80 cm in die Breite muss.
Da einzelne Schienenstücke recht teuer sind, kaufte ich mir eine neue Startpackung Waldbahn Start-Set mit der LKM Ns 2f. Zusätzlich brauchte ich mehr Schienen und zwei neue Weichen für diese Anlage.
Nachdem ich mit dem Verlegen des Gleises zufrieden war, errichtete ich einen stabilen Rahmen, der 10 cm hoch ist, damit die beiden Weichenantriebe genügend Platz darunter finden. So bleibt auch genügend Raum für das Steuerpult! Danach ging es ans Verkabeln der Schienen.Die hinteren zwei Weichen im Schattenbahnhof bekamen je ein Weichenantrieb von Tortoise. Die haben je 2 Anschüsse für Herzstück Polarisierung und Rückmeldung. So sehe ich dank LEDs am Stellpullt wie die Weichen stehen.
Um im Analogbetrieb Loks abzustellen, ist es wichtig, dass gewisse Gleisabschnitte ausgeschaltet werden können. Der Strom wird bequem über Kippschalter ein-und ausgeschaltet. Rot/grün LEDs auf dem Stellpult zeigen an, ob der Strom aktiv ist.
Erst nachdem alles vorbereitet war, konnte ich mit dem Landschaftsbau der Anlage beginnen. Die Weichenhebel habe ich zum Bau geschützt. Auf der rechten Seite plante ich einen Weinkeller, durch den die Bahn hindurchfahren wird.
Weichenprobleme und deren Lösung
Zunächst habe ich im Schattenbahnhof die beiden Weichen aus der ersten Busch-Serie eingesetzt, die ich damals bekommen habe. Leider hatten die Loks immer wieder Probleme und blieben stehen. Daher entschied ich mich, zwei neue Weichen zuzukaufen, um das Ganze zu verbessern.
Die zwei neuen Weichen im Schattenbahnhof. Die Feder der Handweiche nahm ich ab, damit der Stelldraht des Antriebs ruhig laufen kann.
Tipps zur Optimierung von H0f-Weichen
Damit ein störungsfreier Betrieb gewährleistet ist, müssen alle vier Räder zuverlässig und gleichmässig Kontakt zur Schiene haben. Bereits kleinste Höhenunterschiede oder Spannungen in der Gleislage können dazu führen, dass einzelne Räder den Kontakt verlieren. Dies hat zur Folge, dass die Stromversorgung unterbrochen wird, was zu Betriebsstörungen führt.
Bereits während der Bauphase wurden beide Weichen ausgetauscht, da sie schlechte Kontakte aufwiesen. Trotz der neuen Exemplare traten weiterhin Störungen auf, selbst nachdem die Zungen wie das Herzstück korrekt verlötet wurden.
Nach mehreren Tests zeigte sich, dass die Ursache für die Störungen bei den Rädern lag. Diese verursachten beim Überfahren der Zungen Kurzschlüsse. Durch vorsichtiges Nachbiegen der Zungenspitze konnte dieses Problem behoben werden.
Trotz der Reparaturen blieben die Lokomotiven weiterhin oft stehen – ungefähr bei jeder zweiten Durchfahrt. Bei genauerer Beobachtung wurde festgestellt, dass die Loks nicht eben über die Weichen fuhren. Die Ursache lag in einer minimalen Unebenheit in der Höhe der Schienenprofile, die von der Zunge herrührte. Beim Überfahren der Weiche fiel auf, dass es an einem Punkt auf der Zunge zu erhöhter Reibung kam. Durch präzises Nachmessen der Spurweite und leichtes Biegen der Zunge konnte auch dieses Problem behoben werden.
Seit diesen Nacharbeiten laufen die Lokomotiven deutlich zuverlässiger und kaum mehr mit Unterbrüchen über die Weichen.Die Bauphasen der Anlage
Die meterspurige Bahn im Hintergrund erhält einen Tunnel, in dem sich der Schienenbus „verstecken“ kann. Im Vordergrund ist bereits der Vorplatz des Châteaus mit dem eingefärbten Stützmauer zu erkennen.
Die Bruchsteinmauern stammen von Preiser und lassen sich
flexibel zusammensetzen. Auch hier musste ich ein wenig ausprobieren, um
herauszufinden, welche Anordnung mir am besten gefällt.
Brücke & Tunnelportal
Die Brücke und das Tunnelportal entstanden im Selbstbau. Zunächst fertigte ich einen Rahmen an, in den das Rohmodell mit etwa 5 mm Abstand passte. Dieser Abstand diente als Gussform für den Gips. Nachdem der Gips eingegossen und ausgehärtet war, wurde die Form vorsichtig gelöst. Mit einem kleinen Schraubenzieher gravierte ich die Steine manuell in die Gipsoberfläche. Die Abschlussplatten fertigte ich aus zwei dünnen Streifen Styrodur und prägte die Fugenbreite direkt ein.
Die eingefärbte Brücke wurde anschliessend eingebaut und zum Aushärten beschwert. Auch die Stützmauer zum Tunnelportal entstand im Eigenbau.
Bruchsteinmauern und das Kellertor
Das Kellertor ist aus Messingblech gefertigt und lässt sich von Hand öffnen. Nach dem Schwärzen und Patinieren, wurde es fest eingebaut. Für die Bruchsteinmauern der Kellerwand entschied ich mich auch für die vielseitigen Bausätze von Preiser, Art.Nr. 18215 und 18219. Diese Mauern bieten eine flexible Zusammenstellung.
Weinreben
Zu einem Weingut gehören auch Weinreben.
Für die Rebstöcke dient Blumendraht als Stamm. Dieser wird mit dunkelbrauner Farbe und etwas Acrylpaste angestrichen, um eine realistische Rindenstruktur zu erhalten.
Im Modell wird lediglich der Pfahl des Drahtrahmens nachgebildet, da die eigentlichen Drähte im Massstab 1:87 nicht mehr sichtbar sind. Für die Pfähle verwende ich dickeren Blumendraht, den ich in gleichmäßigen Abständen am Rand der Rebenparzelle platziere.
Die Linie der Reben richte ich mit Hilfe von Blumendraht aus. Anschliessend drückte ich mit einem Schraubenzieher kleine Löcher vor, um das Einpflanzen der Rebstöcke zu erleichtern.
Sobald die Rebstöcke eingesteckt und verleimt sind, wird das Rebenlaub aufgebracht. Dafür verwende ich das Laubmaterial Blätterflor von Heki.
Bühnenrahmen mit Beleuchtung
Der fertige Bühnenkasten ist nun mit einer provisorischen Hintergrundkulisse ausgestattet. Inzwischen ist auch das Château fertig gebaut worden und hat nun seinen festen Platz auf der Anlage.
Die erste Stellprobe des Bühnenrahmens ergab, dass die Anlage zu eng positioniert war. Da das Château ohnehin über den Rand hinausragte, wurden die Seitenwände im vorderen Bereich nach hinten versetzt und entsprechend an den Rahmen angepasst. Der gesamte Rahmen wurde so konstruiert, dass er demontierbar ist.
Die Rebstöcke sind fertig begrünt.
Viele Rebstöcke sind bereits gepflanzt.
Im vorderen Bereich meiner Anlage war ich zunehmend unzufrieden mit der bisherigen Gleisführung. Lange Zeit war ich unschlüssig, welches Motiv ich an dieser Stelle umsetzen wollte. Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich schliesslich, eine kleine Remise für die Lokomotiven zu errichten. Die ursprüngliche Idee, einen weiteren Teil einer Kelterei mit einer Traubenpresse zu integrieren, habe ich verworfen. Stattdessen verlegte ich ein drittes Gleis, um eine zweigleisige Remise für die kleinen Loks zu schaffen. Eine alte Weiche fand ebenfalls ihren Platz am Gleis zur Remise. Bei dieser lötete ich die Zunge fest, weil sie nicht gestellt werden muss, um einen sicheren Kontakt zu gewährleisten. Das Gleis führt nun direkt zum Anlagerand, da die Kelterei ausserhalb der Bühne liegt. Das dritte Gleis steht nun zur Verfügung, um Waren zu verladen und Wagen abzustellen.
Als nächster Schritt war der Bau der Remise auf dem Plan! Die Kippschalter für die Gleisabschnitte sind bereits am Stellpult angepasst worden.
Der Boden für die Remise wurde mit Profilhölzern von Northeastern gebaut.
Der fertige Bühnenkasten ist nun mit einer provisorischen Hintergrundkulisse ausgestattet.
Der Vorplatz des Château wurde mit den Gehwegplatten gestaltet, die beim Preiser Bruchsteinmauern 18219 enthalten sind. Später habe ich vorne zusätzlich ein abnehmbares Stück integriert, damit das Haus nicht über die vorderen Anlagekante hinausragt, was auch besser aussieht.
So präsentiert sich die fertige Bühnenanlage.