Bauanleitung zu dem AB 203 - RhB um 1913

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Bauanleitung zu dem AB 203

Rollmaterialbau > Wagen
Ich wollte den AB 203 Vierachser der RhB schon lange einmal machen. Die Beschriftung hatte ich beim letzten Anreibe Bogen gemacht. Doch beim Personenwagenbau sind die Fenster ein Problem, dass alle gleich gross werden.
Im Jan. 03 sah ich den AB 209 von Bemo zum ersten mal im Schaufenster eines Händlers. Da dachte ich an den AB 203. Zu Hause nahm ich das RhB Wagenbuch von Finke/Schweers und sah, dass für den AB 302 die Seitenwand die richtige Länge hat und die Fenster übereinstimmen. So konnte ich ihn für den AB 203 kaufen.
Das war das Ausgangsmodell  für den AB 203. Dieser hübsche Wagen zu (missbrauchen) tat mir fast ein bisschen weh, aber er passt leider nicht in meine Dampfepoche, da er erst 1931 an die RhB geliefert wurde.
Als erstes wurde der Wagen zerlegt, um nachzuschauen was man ändern muss. Am liebsten wollte ich auch gerne das Fahrgestell beibehalten, so würde auch die Inneneinrichtung passen, damit der Wagenboden mit dem Kasten zusammenhält. Und schnitt wie auf dem Bild zu sehen ist, am Wagenkasten eine Plattformabdeckung mit der Laubsäge ab.
Beide Stirnwände des Wagenkastens sind abgesägt worden.
Danach schliff ich sie vorsichtig im rechten Winkel ab, damit die neuen Stirnwände auch gut passen.
Als nächstes mussten die schönen Nieten entfernt werden, da es ja keinen Stahlwagen war. Ein kleiner Schraubenzieher baute ich als Stechbeutel um, mit den ich die Nieten abschabte. Danach mussten sie noch abgeschliffen werden, damit die Seitenwand ganz Plan wurde, da beim Lackieren die kleinste Unebenheit zum Vorschein kommt.

Beim oberen Teil des Wagens schliff ich die Nieten mit dem Schleifklotz vorsichtig ab. Ich leimte auf einer Seite eines Holzstückes 400 Schleifpapier und auf der anderen 600.
Um den unteren Teil des Wagens zu schleifen, falte ich das Schleifpapier zweimal, wie auf dem Bild zu sehen ist. Auf diese Weise habe ich die besten Erfahrungen mit dem schleifen gemacht, da man schön an die Kanten der Lienen des Wagens kommt.
War alles schön abgeschliffen, nahm ich am Schluss Nassschleifpapier und schleifte die ganze Seitenwand fein damit ab.
Hier sind die neuen Stirnwände aus 0.75 mm dicken Polystyrol ausgeschnitten und die Türen und Leisten mit dünn geschnittenen Streifen aus einer 0.13 mm Platte angebracht.
Nachdem die Stirnwände angeleimt waren, machte ich mich wieder an das Fahrgestell. Dann bemerkte ich, dass die Drehgestelle über die Stirnwand kamen und auch der Abstand der Kupplung zum nächsten Wagen zu gross wurde. So baute ich das ganze Fahrgestell um. Danach machte ich das Dach aus einem 0.2 mm dicken Messingblech, das mit 4 Schrauben am Wagen befestigt wird.
Dafür änderte ich auch noch die das Drehgestelle.
Doch die Plattform überzeugte mich gar nicht. Der Plattformboden war zu dick geworden. Auch das abschleifen des Plattformbodens wurde nicht gut. Mein Moto in einem solchen Fall ist: Lege das Ganze auf die Seite und warte einmal bis.... Ja einem eine Idee und die Lust zum Weitermachen überfällt.
Nach einer Pause von 10 Monaten, wagte ich mich doch noch mal an diesen Wagen. Ich hatte mich entschlossen das Fahrgestell doch neu zu bauen und zwar aus Polystyrol. Der Leim hält schlecht auf dem Kunststoff des Bemo Wagenunterteil.
Diesmal wurden die Drehgestelle nach einem alten Foto abgeändert und an das neue Fahrgestell angepasst.
Dann ging es auf Testfahrt. Nach ein paar Mal schleifen am Wagenboden fuhr er auch gut, so dass ich weitermachen konnte. Auch passte die Inneneinrichtung gut auf dem neuen Fahrgestell. Dies ist wichtig, da die Fenster mit der Inneneinrichtung an den Wagenkasten gedrückt werden. Die Seitenwände wurden oben mit Polystyrol um 0.5mm erhöht und bekamen noch die Lüftungsklappen.
So musste ich die beiden Stirnwände neu bauen, damit sie auf das neue Fahrgestell und die erhöhte Seitenwand passten. Das Geländer und die unteren Trittbretter der Plattform, baute ich aus Messing. 
Am Wagenboden werden noch Bremszylinder, Luftkessel, Batteriekasten, WC-Rohr und das Sprengwerk montiert. Oben ist das fertige Dach.
Uff Geschafft. Der unlackierte Wagen auf Probefahrt. Ja ihr seht, es klappt nicht immer das erste mal. Doch bin ich so mit den AB 203 zufrieden, auch wenn ich über ein Jahr warten musste, bis er fertig geworden war.
Nach dem lackieren und beschriften wurde er noch mit Figuren belegt, damit er voll in den Einsatz geschickt werden konnte.
2005 brachte ich noch die Dachstützen über der Plattform von Permodell an.
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