Löten - RhB um 1913

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RhB um 1913 in H0m
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Löten

Anlage & Modellbau > Löten
Seit vielen Jahren löte ich gerne Modellbausätze aus Messing. Mir gefällt es, da ich eine Lötung immer wieder auflösen kann, wenn es mir nicht gefällt oder mir ein Fehler unterlaufen ist. Ein enormer Vorteil gegenüber einer Verbindung von Metallen durch kleben!
Arbeitsplatz zum löten
Zum Löten verwende ich eine 80 Watt starke Lötstation, damit das zu lötende Metall schnell die gewünschte Löttemperatur erreicht. Bei Messing ist dies 350 Grad.
Ein geregelter Lötkolben hat den Vorteil, dass der Kolben recht klein und leicht im Gegensatz zu vielen Lötkolben ohne Regelung ist.
Weißmetall ist nur mit einer Temperatur geregelten Lötstation bei einer Temperatur von 150 - 190 Grad zu verarbeiten.
Ein Flammenlötgerät ist für grössere Teile wie auch Gussteile zum Löten sehr gut geeignet, zum Beispiel die ISO TEC GB 2001. Hiermit wird das Metall extrem schnell erhitzt. Das Gerät sollte auf jeden Fall eine kleine Flamme haben, um Punkt genau arbeiten zu können.
Zum Arbeiten habe ich noch folgende Utensilien: Lötauflagen, Zinn, Pinzetten, Lötwasser, Entlötlitzen und eine Schale mit Wasser und Zitronensaft.
Zum Löten von Messing eignet sich aus meiner Erfahrung gutes Lot das Blei enthaltet. Ich machte z.B. mit dem Lot von Chemet GmbH #7094 = S-PB50Sn50 gute Erfahrungen. Bei Conrad findet man auch noch bleihaltiges Lot für Messing. Denn kommerziell darf bleihaltiges Lot nicht mehr verarbeitet werden.
Wichtig beim Löten ist es, dass die Teile vor dem Löten von Oxid gereinigt werden, damit das Lot mit dem Messing eine Verbindung eingeht. Messing oxidiert leider sehr schnell. Zum Reinigen des Metalls nehme ich die Proxon mit der Messing oder Metallbürste aber auch 400-600 Schleifpapier. (mir wurde aber gesagt: dass Schleifpapier Rückstände hinterlassen könnte die ev. die Lötverbindungen schwächen.) Für sehr feine Stellen, zum Beispiel Schienenprofile, nehme ich einen Glasfaserradierstift (Schreibwarenhandel).
Zum Löten nehme ich Lötwasser kein Fett. Fett kann aus Vertiefungen und Ritzen schlecht heraus gelöst werden und kommt spätestens beim Lackieren zum Vorschein. Zum Reinigen der verlöteten Gegenstände nutze ich eine Schale Wasser mit einem Schuss Zitronensaft. Das Wasser kühlt das warme Teil ab und wird gewaschen. Der Zitronensaft neutralisiert das Lötwasser. Das mache ich fast nach jedem Lötvorgang, da sonst die Finger zu fest verschmiert werden.
Mit der Zeit sieht man beim Löten an der Farbe und Fluss vom Lot, ob es wirklich eine gute Lötstelle gibt. Hält man sich daran, so ist das Löten relativ einfach. Übung ist auch hier nötig. Als Übung eignen sich z.B. kleine Bausätze von Handwagen etc.
Ich besitze noch ein Widerstands-Lötgerät was mit der Flamme zu vergleichen ist, da die Hitze direkt am Messing beim Kohlenstab zur Verfügung steht. Für die Baugrösse H0 ist dieses Gerät nicht erforderlich. Schlussendlich muss jeder selber herausfinden was für ihn am besten ist. Ich kenne Modellbauer die mit einem grossen Lötkolben arbeiten können, was mir jetzt gar nicht liegt. Mehr zu Widerstandslöten ist hier zu erfahren.
Lötunterlage
Zum Löten braucht es auch eine Unterlage, wo das Blech oder die Teile aufgelegt werden können. Gut eignen sich dafür z.B. Procal Lötplatten.
Wie auf dem Bild zu sehen ist.
Eine Lötplatte aus hitzebeständigem Keramik mit 50 Stahlstiften z.B. ist bei Hasslerprofiele zu finden. Eine solche Lötunterlage kann ich nur empfehlen. Mit der können die Teile gut im rechten Winkel befestigt werden. Auch um kleine Teile hart zu löten ist es sehr gut zu gebrauchen. Vorsicht: wenn mit der Flamme gearbeitet wird, muss unter der Keramikplatte auch was aus feuerfestes Material sein. Die Löcher gehen durch die ganze Platte.
Hier zeige ich noch ein paar Lötarbeiten.
Löten von Rollmaterial ist unter dem Rollmaterialbau zu finden.
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